Kardioversion/ Defibrillation

Kardioversion/ Defibrillation Hot

Dr. Christian Icke  
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Indikationen:

  • Tachyarrhythmia absoluta zur Rhythmuskontrolle
  • Tachykarde ventrikuläre Herzrhythmusstörungen bei ineffektiver medikamentöser Therapie

Voraussetzung:

  • wann immer möglich - 12-Kanal-EKG-Dokumentation
  • Rücksprache Rhythmologie/ Kardiologie zur Besprechung des weiteren rhythmologischen Konzeptes, ggf. Ablation, bei VT frühzeitig!

Zu erfüllende Voraussetzungen bei hämodynamisch stabilen Patienten mit Vorhofflimmern/ Vorhofflattern:

  • Dauer der Tachyarrhythmie sicher (dokumentiert)
  • Ausschluss von intrakardialen Thromben mittels TEE/Kontrastmittel-CT ODER
  • Sicher bestehende therapeutische Antikoagulation seit mindestens 3 Wochen
  • UND Eingeleitete therapeutische Antikoagulation zum Zeitpunkt der Kardioversion

 

1. Elektrische Kardioversion

  • Defibrillator (bei TAA) mit EKG synchronisieren
  • Energie 100 Joule, bei Misserfolg auf 200 Joule erhöhen
  • Erfolgsrate bei Kombination mit Antiarrhythmikum höher, daher bei Rezidiv oder frustraner Kardioversion Amiodaron s.u. und Rücksprache Kardiologie

2. Pharmakologische Kardioversion mittels Amiodaron

(verzögerte Wirkung, v.a. zum Rhythmuserhalt nach Kardioversion oder Ermöglichung einer zuvor ineffektiven elektrischen Kardioversion; gleiche Regeln zum Thrombusausschluss wie vor elektrischer Kardioversion)

2.1 Mögliche Kontraindikationen ausschließen:

  • Schilddrüsenerkrankung (thyreotoxische Krise möglich)
  • Jodallergie
  • vorbestehende QT-Verlängerung
  • gleichzeitige Anwendung QT-Zeit-verlängernder Medikamente (www.qtdrugs.org)
  • Hypokaliämie → mittels Substitution ausgleichen

Bei Vorliegen von Kontraindikationen Rücksprache mit Kardiologie. 
Eventuell nach Ausschluss struktureller Herzerkrankung Einsatz von Flecainid oder Propafenon erwägen.

2.2 Intravenöse Aufsättigung mit Amiodaron (nur via ZVK)

Rücksprache mit Kardiologie empfehlenswert, Bestätigung der EKG-Diagnose

  • zusätzlich Ausschluss relevanter Lungenerkrankung
  • initialer Bolus von 300 mg Amiodaron i.v. über 30 min, dann weiter mit
  • 900 mg/d in 5% Glucose für 5 Tage (Gesamtaufsättigungsdosis 5 – (8 – 10) g je nach Einzelfall) kontinuierlich i.v.
  • dann Erhaltungsdosis von 150 mg/d i.v. oder 200 mg per os 
  • täglich EKG-Kontrolle (cave: Abbruch, wenn relative QT-Zeit > 125%)

SOP Kopfdaten

Version
1
Gültigkeit
01. Jan. 2018
Alle anzeigen: HK Erfurt
Bereich
Ärzte
Autor/en
Steve Haubold, Dr. Anja Schade

Changelog

01.01.2016: SOP neu erstellt