Pancreatitis Hot

Dr. Christian Icke  
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1. Diagnose

  • Klinik
    • plötzlich einsetzender kontinuierlicher linksseitiger, gelegentlich auch gürtelförmig ausstrahlender Oberbauchschmerz
    • oft Fieber, Tachykardie, Übelkeit, Erbrechen, paralytischer Subileus, geblähtes Abdomen, Gerinnungsstörungen
    • Tastbefund: "Gummibauch"
    • bei erhöhtem Schweregrad auch Schock, Ascites, Pleuraergüsse (bes. linksseitig), Ikterus
  • Labor
    • Lipase
    • kleines Blutbild
    • Gerinnung
    • PCT
    • Elektrolyte
    • besonders bei nekrotisierender Pankreatitis ionisiertes Kalzium (oft Hypokalziämie wegen Kalkseifenbildung durch freigesetzte Verdauungsenzyme)
    • Blutzucker
    • Laktat
    • LDH (Parameter zur Abschätzung des Zellzerfalls) und Cholestaseparameter (bei akuter chologener Pankreatitis)
    • BGA (oft metabolische Azidose, ScvO2)
  • Bildgebung
    • CT-Abdomen
    • Sono-Abdomen (Ausschluss chologene Pankreatitis)

2. Therapie

  • Die Pankreatitis ist ein primär internistisches Krankheitsbild, d.h. die zuständigen Fachkollegen sollten hinzugezogen werden.
  • biliäre Pankreatitis:
    • ERCP mit Papillotomie innerhalb der ersten 72 h.
    • Schmerztherapie mit thorakalem PDK.
    • Frühest mögliche enterale Ernährung nach Sichern der Diagnose und nach Erreichen von Schmerzfreiheit.
    • ZVK-Anlage entsprechend unserer SOP.
    • Kontrolle der Infektparameter täglich, vor allem Procalcithonin = PCT (Indikator für sekundäre Infektion der Pankreasnekrosen).
    • Bei steriler Nekrose konservatives Vorgehen. Nur bei infizierter Nekrose operatives Debridement. Deshalb bei Anstieg der Infektparameter (insbesondere PCT) Rücksprache mit den Chirurgen.
    • Antibiotikum nur bei: 
      a) Verdacht auf oder Nachweis von infizierten Nekrosen
      b) Infizierten Pseudozysten
      c) Abszessbildung
      d) Cholangitis 

      Mit a) bis d) korreliert ein erhöhtes PCT. Ist dieses > 2 ng/ml, dann Beginn der Antibiose mit Imipenem 1 g 6 stdl. i.v.; bei Imipenemunverträglichkeit ist auch Piperacillin/ Tazobactam 4 g/ 0,5 g 8 stündlich i.v. möglich.
    • KEINE prophylaktische Antibiose!

SOP Kopfdaten

Version
2
Gültigkeit
01. Jul. 2011
Alle anzeigen: HK Erfurt
Bereich
Ärzte
Autor/en
Sindy Zachau

Changelog

01.07.2009: SOP neu erstellt