ITS: Narkoseeinleitung (RSI) Hot

Michael Olbrecht  
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Narkoseinduktion auf Intensivstation beim nicht nüchternen Patienten (RSI, Ileuseinleitung)

Definition

Die endotracheale Intubation erfolgt nach zügiger Narkoseeinleitung ohne zwischengeschaltete Maskenbeatmung. Damit sollen Rate der Aspirationen von Mageninhalt und damit verbundene Folgekomplikationen gesenkt werden.

Bei wem ist die RSI-Einleitung indiziert?

  • Nicht nüchterner Patient
  • Potentiell nicht nüchterner Patient, zum Beispiel Schutzintubation bei akuter
  • Arterieller Blutung des oberen GIT ohne Möglichkeit der Blutstillung während der Endoskopie
  • Patienten mit erhöhtem intraabdominellen Druck (Adipositas, Schwangere)

Durchführung

  • Vorbereitung der Medikamente, Absaugung etc.
  • Präoxygenierung des Patienten bei erhöhtem Oberkörper mit FiO2 100%, jedoch möglichst ohne Maskenbeatmung mit Beutel
  • Applikation eines Anästhetikum und ggf. eines schnell wirkenden Muskelrelaxans in schneller Abfolge

Intubation

  • Ziel der RSI ist nicht die schnelle Intubation
  • erst in tiefer Narkose und bei vollständiger Muskelrelaxation wird bei sichergestellter Oxygenierung zügig intubiert (Tools für schwieirigen Atemweg bereithalten)     
  • Entfernen des Führungsstabes aus dem Tubus unmittelbar vor der Glottispassage
  • Blocken des Cuffs sofort nach korrekter Tubusplatzierung in der Trachea
  • der Handgriff nach SELLICK wird nicht mehr angewendet
  • nach 2maligem Misslingen der Intubation ist zur Gewährleistung einer ausreichenden Sauerstoffzufuhr eine Larynxmaske einzusetzen

Benötigte Medikamente

Als Anästhetikum kann jedes gängige Medikament zum Einsatz kommen. Beim normalgewichtigen Erwachsenen beträgt die Standardeinleitungsdosis bei

  • Ketamin 2-3 mg/kg/KG
  • Propofol 2mg/kg/KG

Ketamin hat sich dabei in unserer Praxis und in Übereinstimmung mit Studien als bevorzugtes Anästhetikum auf der Intensivstation erwiesen. Die Pat. zeigen nach Einleitung eine deutlich bessere Kreislaufstabilität. Es kann vor Ketanestgabe eine geringe Menge Propofol verabreicht werden (0,5mg/kg/KG).

 

Als schnell wirkendes Relaxanz wird Succinycholin (cave Kontraindikationen) mit 1mg kg/KG oder Rocuronium mit 0,6mg/kg/KG verwendet.

 

Cave:  Bei Intensivpatienten immer auf eine schwierige Intubation vorbereitet sein. Evtl. von vornherein auf Hilfsmittel wie McCoy Spatel etc. zurückgreifen. In der Anästhesie befindet sich zudem ein Videolaryngoskop.

 

Alle Medikamente und Hilfsmittel für die Intubation und den schwierigen Atemweg sind auf dem Intubationswagen vorhanden.

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