Kinderanästhesie - Regionalanästhesie

Kinderanästhesie - Regionalanästhesie Hot

Michael Olbrecht  
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Regionalanästhesie in der Kinderanästhesie

·         Eine Regionalanästhesie sollte, wenn möglich, zur Reduzierung des postoperativen Schmerzmittelbedarfs immer in Erwägung gezogen werden. Sie obliegt der jeweiligen Entscheidung des diensthabende Oberarztes bzw. der Saalaufsicht. Bitte Rücksprache halten.

·         Die Durchführung erfolgt immer beim narkotisierten Kind und ist sonographiegestützt durchzuführen.

Kaudalblockade

Indikation

·         Eingriffe unterhalb des Rippenbogens (Th7), z.B. urogenitale Operationen (Orchidopexie, Herniotomia inguinalis), Abdominalchirurgie, Kombinationseingriffe (z.B. Zirkumzision + Leistenherniotomie) bis 30 kg KG und 6. Lebensjahr

·         Hygienemaßnahmen sind entsprechend den „Hygieneempfehlungen für die Anlage und weiterführende Versorgung von Regionalanästhesieverfahren (Die „15 Gebote“ des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Regionalanästhesie der DGAI) durchzuführen!

Lagerung

·         symmetrische Seitenlagerung, Hüft- und Kniegelenke 90° gebeugt

·         Basisset mit sterilen Tupfern

·         Säuberung der Haut bei sichtbarer Verunreinigung, Wischdesinfektion (Sprühdesinfektion kühlt die kleinen Patienten zu stark aus)! Einwirkzeit 60 sec. Abdeckung mit sterilem Lochtuch

Dosierung

·         Gesamtmenge des Lokalanästhetikums (Ropivacain 0.2%) richtet sich nach der gewünschten Ausbreitung (1,0 ml/kg KG Blockade bis Th10; 1,25 ml/kg KG Blockade bis Th7; 1,5ml/kg KG Blockade bis Th5), Maximaldosis 25 ml; ggf. Beimischung von Clonidin 1-2µg/kg;

·         Bei Kindern bis 1. Lebensjahr Ropivacain 0.2%: 0.75 ml/kg KG!

Durchführung

·         Stumpfe Kanüle mit Mandrin 23G/25G (zur Verhinderung epiduraler Verschleppung von Hautzylindern)

·         Tasten des Punktionsortes anhand anatomischer Landmarken (Die Spinae iliacae posteriores superiores bilden ein gleichschenkliges Dreieck mit dem Hiatus sacralis

·         Punktion im 45°-Winkel kranial des Hiatus sacralis, wo sich die beiden Cornuae sacraliae V-förmig treffen, (immer oberhalb der Analfalte!), nach Durchstoßen des Lig. sacrococcygeum („Plopp“, Widerstandsverlust) Nadel leicht absenken (30°) und 3 bis max. 5 mm vorschieben (maximale Eindringtiefe < 25 mm)

·         Fixierung der Nadel, Entfernung des Mandrins, Aspirationsprobe (Blut?, Liquor?)

·         Injektion von 0,1 ml/kg KG der Wirkdosis, Diskonnektion der Spritze, passive Rückflussprobe, wenn Testdosis/Testprobe negativ, langsame (!) Injektion der errechneten Dosis unter EKG-Kontrolle; Diskonnektion alle 5 ml, passive Rückflussprobe

·         steriler Pflasterverband

Komplikationen

·         Injektion ins subkutane Gewebe (Hautschwellung)

·         Durapunktion (Spinalanästhesie, totale Spinalanästhesie)

·         Gefäßpunktion/Blutaspiration oder positive Testdosis erfordert eine neue Punktion

·         Bei akzidenteller intravasaler Gabe sind Bradykardie und Herzrhythmusstörungen sowie zentralnervöse Symptome möglich

 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

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