Anästhesie bei Adipositas Hot

Michael Olbrecht  
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Anästhesie bei Adipositas

Kategorie

BMI (kg/m2)

Normalgewicht

18,5-24,9

Übergewicht (Präadipositas)

25,0-29,9

Adipositas Grad I

30,0-34,9

Adipositas Grad II

35,0-39,9

Adipositas Grad III (Adipositas per magna)

> 40,0

Gewichtsklassifikation nach WHO

 

 

Einführung

·         Die Rate perioperativer kardialer und pulmonaler Komplikationen korreliert mit der Höhe des BMI

·         Das Behandlungsergebnis ist bei Patienten erhöhtem BMI schlechter als bei Normalgewichtigen

·         Adipositas ist mit zahlreichen, perioperativ relevanten Begleiterkrankungen assoziiert

Pathophysiologische Veränderungen

·         Chronische Überbeanspruchung des Myokards bei Versorgung des Fettgewebes führt zu linksventrikulären Hypertrophie und damit zu Herzinsuffizienz

·         oft liegt ein metabolisches Syndrom mit art. Hypertonie, abdomineller Fettleibigkeit, gestörtem Fettstoffwechsel und Insulinresistenz vor

·         Adipositas führt zu Änderungen der intraabdominellen und intrathorakalen Drücke

·         Abnahme der funktionellen Residualkapazität (FRC), exspiratorischen Reservevolumen (ERV), Lungencompliance und totaler Lungenkapazität

·         Atemzugvolumen der normal großen Lunge ist im Vergleich zum Körpergewicht zu klein -> Gefahr einer Ventilations-Perfusionsstörung -> erhöhte Shuntfraktion und arterielle Hypoxämie

·         21% der morbid adipösen Patienten weisen eine restriktive Ventilationsstörung auf

Aspekte bei Anästhesie

·         bei Laborwertbestimmung an metabolisches Syndrom denken -> BZ, Retensionswerte, Elektrolyte, ggf. arterielle (kapilläre) BGA

·         Spirometrie scheint nur zu Abklärung unklarer Befunde relevant zu sein

·         in 62% der Fälle waren im EKG Überleitungs- und Erregungsrückbildungsstörungen zu beobachten -> EKG sollte in Erwägung gezogen werden (Anamnese, Vorerkrankungen etc.)

·         Evaluierung des Atemwegs muss eine erhöhte Aufmerksamkeit gegeben werden. Durch veränderte Anatomiedurch teils deutliche Zunahme des Weichteilgewebes im Bereich des Gesicht, Hals, Zunge und Pharynx ist eine Maskenbeatmung in etwa 10% der Fälle erschwert. Eine schwierige Intubation wird in ca. 1% der Fälle angegeben -> Maßnahmen für schwierigen Atemweg bereithalten (Videolaryngoskopie, LM der 2. Generation) 

·         Mallampati-Score > 3 und Halsumfang > 43cm haben prädiktiven Wert für schwierigen Atemweg. Bei Prämedikation darauf achten

 

 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

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