Notsectio

Alexander Runge  
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Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe –Chefarzt Dr. K. Eskef

Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin –Chefarzt Dr. T. Reinhöfer

SOP Notsectio

Gynäkologische Aspekte

Definition:

Schnellstmögliche Sectio, immer in Vollnarkose, Intervall zwischen Entscheidung und Endbindung (EE – Zeit) max. 20 Minuten

Alarmierung:

Der gynäkologische Facharzt stellt die Indikation. Die Auslösung des Notsectioalarms erfolgt telefonisch: #76393601601 oder durch klare Ansage des Gynäkologen/ der Hebamme. Dadurch wird die gleichzeitige Alarmierung des diensthabenden Anästhesisten, der Anästhesie – und OP – Pflege, der Gynäkologen, des Pädiaters sowie der Kinderkrankenschwester ausgelöst.

Notsectio – Ablauf

 Indikation, Alarmierung, Information der Schwangeren (keine Aufklärung/Prämedikation)

 Ende der CTG – Schreibung

 Sofortige Umlagerung der Schwangeren auf den OP – Tisch (steht zwischen Kreißsaal und OP), falls Notsectioindikation im Patientenzimmer: Fahrt im Patientenbett

 Vor Abfahrt keine AT – Strümpfe

 Kompromisshaftes Desinfizieren und steriles Abdecken

 Intubation und OP - Beginn

 

Anästhesiologische Aspekte

 OP – Koordinator (12330) legt Ort der Operation fest, im Bereitschaftsdienst in Saal 6

 

Lagerung:

 Rücken-Linksseitenlage und beide Arme ausgelagert auf Gelkissen

 

Vorbereitung:

 Kontrolle Arbeitsplatz, Absaugung (großlumig)

 Risikocheckliste: als Notfall markieren

 Standardmonitoring (EKG, SpO2, RR)

 i.v.Zugänge (2 Flexülen 17/18 G), ggf. 2. Flexüle intraoperativ

 Infusion 500ml Jonosteril zügig

 Parallel: kurze Abfrage der Patientin hinsichtlich Allergien, vererbbaren Muskelerkrankungen, Intubationsproblemen, relevante Vorerkrankungen

 Durchführung der perioperativen Antibiotikaprophylaxe -> 1,5 g Cefuroxim i.v. als KI (Alternative bei Allergie!)

 Ggf. während laufender Vorbereitungen Ablauf erläutern, Patientin beruhigen

 während Desinfektion und Abdeckung erfolgt die Präoxygenierung (4 tiefe Atemzüge mit dicht sitzender Maske mit 100% O2 und Flow 10l/min)

 

Einleitung: (grundsätzlich als RSI und erst, wenn Operateure bereit am Tisch stehen)

 S-Ketanest 25 (-50) mg i.v. (nicht bei manifestem Hypertonus im Rahmen der Präeklampsie, Eklampsie, HELLP – Syndrom)

 Propofol 2 mg/kg/KG i.v.

 Succinylcholin 1 - 1,5 mg/kg/KG i.v.

 C – MAC

 Intubation nach 30s, Cave: Oxigenierung geht vor Intubation, max. 2 Intubationsversuche! Ggf. LM oder Maskenbeatmung, Hilfe holen!

 Sobald der Tubus liegt und geblockt ist, dem Operateur „Freigabe/Schnitt“ kommunizieren (Tubusfixation / maschinelle Beatmung und weitere Maßnahmen erfolgen bei laufender Sectio)

 Normoventilation 35-45mmHg CO2

 Engmaschige RR – Kontrolle, frühzeitige Hypotoniebehandlung

 

Narkoseführung:

 TIVA oder balancierte Anästhesie

 MAC Sevoflurane maximal 0,8 Vol% (cave: Uterusatonie)

 nach Partus und Abnabelung: Schmerztherapie mit Sufentanil i.v.

 Optional: Relaxation mit <0,5mg/kg/KG Atracurium i.v.

 3 IE Oxytocin in 50 ml NaCl als KI zügig und 10 IE Oxytocin in 500ml Jonosteril langsam laufen lassen (Rücksprache Operateur)

 

OP – Aspekte nach Entbindung des Kindes

 Uterotomie mit Bauchtüchern ausstopfen

 Desinfektion mit Betaisodona (Cave: Allergie)

 regelrechte Abdeckung, ggf. Kittel - und Handschuhwechsel

 Lagerungskontrolle, Kontrolle trockener Auflagen

 Blasenkatheter

 

Ausleitung und postoperative Phase:

 Extubation nach Rückkehr der Schutzreflexe

 Dokumentation: postoperative Anordnungen

 Abschluss der Checkliste

 Die postoperative Überwachung nach ITN erfolgt im Aufwachraum

 

Postoper. Schmerztherapie:

 Perfalgan 4 x tgl. 1g i.v.

 Ibuprofen 4 x tgl. 600mg p.o.

 Bei Schmerzspitzen Oxycodon bis zu 4 x tgl. 10 mg p.o.

 

SOP Kopfdaten

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