Umgang mit Desinfektionsmittel

Umgang mit Desinfektionsmittel

Alexander Runge  
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Eine suffiziente Desinfektion ist natürlich erforderlich. Dabei kann ein Herunterlaufen des Desinfektionsmittels am Körper des Patienten nicht immer vermieden werden. Jedoch müssen wir uns bewusst sein, dass durch dadurch entstehende Nässe Verbrennungen beim monopolaren Kautern entstehen können. Bei einigen Desinfektionsmitteln kann es schon ausreichend sein, wenn der Patient längere Zeit auf einem mit dem Desinfektionsmittel getränkten Tuch liegt. Es ist daher zwingend erforderlich, dass wir sicherstellen, dass herunterlaufende Desinfektion durch Tücher aufgenommen wird und keine Nässebrücken entstehen oder der Patient im Nassen liegt.

Bei der Anlage einer Spinalanästhesie oder eines PDK muss das grün-weiße Saugtuch so weit unter das Gesäß des Patienten geschoben werden, dass der Patient wirklich darauf sitzt und das Desinfektionsmittel dort aufgenommen wird. Es reicht nicht das Tuch nur an das Gesäß zu legen. Hinweis: Nur die weiße Seite des Tuchs ist saugfähig, daher empfiehlt es sich das Tuch ggf. entsprechend einzuschlagen. Ggf. kann zusätzlich in die Analfalte eine Kompresse gelegt werden.

Sämtliche von uns genutzte saugfähige Hilfen müssen nach Durchführung des rückenmarksnahen Verfahrens wieder entfernt werden.

In diesem Zusammenhang sei auch nochmal auf die Remanenzwirkung der Desinfektionsmittel hingewiesen. Es macht daher Sinn das Punktionsgebiet (nach Einlegen der Saugtücher) ggf. bereits frühzeitig mit Hautdesinfektionsmittel (auch ungefärbt) einzusprühen, um im Zusammenspiel mit der gefärbten Wischdesinfektion insgesamt eine möglichst effektive Desinfektion zu erreichen.

Als Desinfektionsmittel ist für Erwachsene ausschließlich Kodan gefärbt/ungefärbt zu verwenden. Octenisept ist für Neugeborene und Säuglinge verwendbar. Keinesfalls ist Octeniderm zu verwenden.

Das Vorgehen bzgl. des Abdichtens mit Saugtüchern und des Verhinderns des Liegens im Nassen ist analog ebenso bei Regionalanästhesien anzuwenden.

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