Medikamente in der Stillzeit Hot

Michael Olbrecht  
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Medikamente, die in der Stillzeit eingesetzt werden können

·         Übertritt von Medikamenten in die Muttermilch wird durch niedrige molare Masse, Lipidlöslichkeit und eine geringe Proteinbindung begünstig. Zudem ist der pH-Wert der Milch niedriger als im Plasma, so dass basische Substanzen leichter in die Muttermilch diffundieren.

·         Mittel der Wahl zur Prämedikation ist Midazolam aufgrund einer kurzen HWZ und einen niedrigem M/P Quotienten (Milch-Plasma-Quotienten)

·         Propofol, Atracurium, Mivacurium und volatile Anästhetika können eingesetzt werden.

·         Dexamethason und Einzelgabe von Ondansetron sind möglich

·         Zur Schmerztherapie sind MSI, Piritramid oder Morphin per os und Ibuprofen geeignet

·         Lokalanästhetika sind aufgrund einer fehlenden oralen Resorption unbedenklich

·         Nach Empfehlungen des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrums für Embryonaltoxikologie und aktuellen Literaturangaben sind Stillpausen nicht mehr erforderlich (AINS 2011; 46 : 304-311).

Bei Wunsch der Mutter kann deshalb beim gesunden und reifen Säugling das Stillen wieder aufgenommen werden. Im Aufklärungsgespräch sollte ein Hinweis erfolgen, dass es sich trotz off-label-use nach aktuellem Kenntnisstand um verträgliche Medikamente handelt.

Medikament

Empfehlung

 

Diazepam

Anwendung bedenklich, nicht empfohlen

 

Midazolam

Einmalgabe in klinischer Dosierung (z.B. Prämedikation) vermutlich unbedenklich. Mehrmalsgaben nicht empfohlen

 

Thiopental

Einmalgabe zur Narkoseindukation vermutlich unbedenklich. Keine repetitive Gaben

 

Propofol

vermutlich unbedenklich

 

Ketamin

unklare Datenlage, deshalb nicht empfohlen

 

Muskelrelaxantien

vermutlich unbedenklich

 

Sufentanil

vermutlich unbedenklich

 

Morphium

vermutlich unbedenklich, Vorsicht bei repetitiven Gaben

 

Fentanyl

vermutlich unbedenklich

 

Desfluran

vermutlich unbedenklich

 

Sevofluran

vermutlich unbedenklich

 

Piritramid

einmalige Gabe in analgetisch wirksamer Dosierung vermutlich unbedenklich

 

Paracetamol

vermutlich unbedenklich, 1. Wahl

 

Ibuprofen

vermutlich unbedenklich, 1. Wahl

 

Indometacin

nicht empfohlen

 

Metamizol

nicht empfohlen

 

Acetylsalizylsäure

nicht empfohlen

 

MCP, Haloperidol

Einmalgaben vermutlich unbedenklich

 

Ranitidin

Einmalgaben vermutlich unbedenklich

 

Lidocain

vermutlich unbedenklich

 

Bupivacain

vermutlich unbedenklich

 

Ropivacain

vermutlich unbedenklich

 

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