Peridualanästhesie Hot

Michael Olbrecht  
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Periduralanästhesie (PDA, PDK)

Aufklärung und Vorbereitung

  • Aufklärung erfolgt über Infektion, Hämatom, Hirnhautentzündung, anhaltende Blasen- und Darmentleerungsstörungen, postspinaler Kopfschmerz, Querschnittslähmung
  • venöser Zugang
  • Standardmonitoring
  • Anlage eines Narkoseprotokolls und Anästhesieprotokolls zur Dokumentation anästhesiologischer Leistungen

 


 

Material

  • Grundset für Epiduralanästhesie
  • steriler Kittel, sterile Handschuhe, Mundschutz, Kopfhaube
  • Fixierungsfpflaster
  • FixomullStretch zur Fixierung

Vorbereitung

  • Der Patient sitzt aufrecht , die Beine stehen auf einer Fussbank oder ähnlich. Dann beide Schultern locker nach unten, "Kopf auf die Brust" (Kutscherbock)
  • Sprühdesinfektion mit gefärbtem Desinfektionsmittel, dabei Einwirkzeit beachten
  • Darauf achten, dass während der Desinfektionszeitdas Hautareal ausreichend feucht ist.
  • Eine perioperative Antibiotikaprophylaxe wird vor der PDK-Anlage verabreicht
  • Nach sterilen Anziehen werden folgende Medikamente aufgezogen: 
  • 10 ml NaCl 0,9 % in LOR-Spritze
  • Testdosis 4ml Xylocitin 2% mit Epinephrin (3 ml als Testdosis, 1 ml für Filter)
  • 10 ml Xylocitin 1%

Technik

  • Kein PDK unterhalb von Th10 (außer zur Sectio).

1. Paramedianer Zugang

  • Dabei wird der Daumen auf den unteren Dornfortsatz der ausgewählten
  • Punktionshöhe gehalten. Vom medialen Zwischenwirbelraum ca. 1-1,5 cm
  • paravertebral befindet sich die Punktionsstelle.
  • Es wird knöcherner Kontakt gesucht. Meist hat man den auf dem Arcus vertebrae (Wirbelbogen).
  • Eingestochen wird die Tuohy-Nadel mit Mandrin. Nach Erreichen der
  • Lamina arcuata vertebrae die Nadel etwas zurückziehen und nach kranial ca. 30° und medial zielen. Zuvor die LOR-Spritze mit NaCl 0,9 % aufsetzen und unter leichtem Druck auf den Stempel so lange vorschieben, bis der Widerstand nachgibt (loss of resistance). Mit der die Tuohy Nadel - führenden Hand am Rücken des Patienten abstützen.

 2. Medianer Zugang

  • Die Punktion erfolgt oberhalb des getasteten Dornfortsatzes in der Medianlinie. Die Tuohy-Nadel wird mit Mandrin ca. 2 cm bis in das Lig. interspinale (knirschender Widerstand) vorgeschoben, der Mandrin entfernt, die LOR-Spritze aufgesetzt und in kranialer Richtung unter Druck auf den Spritzenstempel vorgeschoben.
  • Nach LOR wird der Katheter bis zur Markierung 20 cm an der Einführungshilfe eingeschoben und die Tuohy - Nadel unter stopfenden Bewegungen herausgezogen, aber noch im Hautniveau belassen. Mit einer 17G-Flexüle wird nun die Subkutis auf einer Länge von ca. 2 – 3 cm getunnelt und der PDK über die Flexüle hindurchgezogen bis maximal 5 cm des Katheters über dem LOR verbleiben.
  • Der Katheter wird verschlossen, mit einem entlüfteten Filter (siehe Testdosis) versehen und fixiert
  • Nach Gabe der Testdosis ist die Reaktion zu überprüfen (Werden die Beine warm, ist die Bewegung eingeschränkt, ist die Kraft in den Beinen vermindert? Wie reagiert der Blutdruck? Spinale Lage?)
  • Auswirkungen der Testdosis sowie der Zeitpunkt der Anlage werdne auf dem Narkoseprotokoll (letzte Seite) dokumentiert

Schmerztherapie

  • Aus dem Beutel Ropivacain 2%, 100 ml werden 6-10 ml entnommen und fraktioniert epidural verabreicht.
  • Nach Applikation der Medikamente ist unbedingt auf den Blutdruck zu achten. Blutdruckabfälle werden mit Noradrenalin und ggf. Volumengabe behandelt. Bei Patienten mit PDK - Anlage ist ein Noradrenalinperfusor (10ug/ml = "Saalmischung") vorzubereiten und anzuschließen.
  • Während der Narkose darf kein Katheter zurück oder herausgezogen werden
  • Nach endgültiger Lagerung des Patienten muss der Katheter auf Durchgängigkeit geprüft werden.
  • Im AWR wird der Patientenname und Station auf die Tafel für den Schmerzdienst geschrieben.

postoperative Betreuung

  • Nach 3 Tagen sollte der PDK entfernt werden.
  • Ab spätestens dem 5. Tag steigt das Infektionsrisiko an. Deshalb müssen Patienten mit einer PDK-Liegedauer > 5 d über dieses spezielle Risiko aufgeklärt werden, möglichst schon präoperativ.
  • Die PDK-Filter müssten erst nach 60 Tagen gewechselt werden.
  • Die durchsichtigen Klebeverbände sollen möglichst 3 Tage belassen werden. Eine durch Blut "verschmutzte" oder "feuchte" Einstichstelle ist kein Grund, den Verband zu wechseln

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