Einlungenventilation Hot

Michael Olbrecht  
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ELV

 

Monitoring und Vorbereitung

·         3 Kanal-EKG, SaO2, Relaxometrie (TOF), nasale Temperatursonde

·         bei Thorakosopien ist meist keine arterielle Druckmessung erforderlich (bei patientenseitigen Risiko 5 Punkte -> Anlage arterielle Druckmessung)

·         bei Thorakotomien und Pneumektomien erfolgt die Anlage einer arteriellen Blutdruckmessung

·         bei Pneumektomien ZVK-Anlage

Doppellumentuben:       

·         Männer 39 Ch (41)

·         Frauen 37 Ch (35)

·         Tracheoskop mit Lichtquelle und Absaugmöglichkeit

·         O2-Sonde oder CPAP - Sauerstoffanschluss für die nicht ventilierte Lunge

 
Aufrechterhalten der Allgemeinanästhesie

·         bei Thorakotomien Anlage thorakaler PDK

·         Zum Aufrechterhalten der Anästhesie wird ein volatiles Anästhetikum  verwendet (Desfluran). Bei erhöhter Leckage -> TIVA.

·         Alle thoraxchirurgischen Patienten erhalten zur Schmerztherapie einen thorakalen PDK, bevorzugt in Höhe des Interspinalraumes Th5/Th6.

·         bei Kontraindikationen für PDK Anlage eines Paravertebralblockade erwägen

·         derzeit werden für die ELV nur linksbronchiale DLT verwendet. Eine Indikation für rechtsbronchiale DLT besteht derzeit nicht.

 
Intubation mit dem DLT

·         Einleitung nach Standard mit Opioid, Sedierung und Relaxierung

·         zur Intubation blau markiertes bronchiales Ende nach oben halten

·         Einstellen der Glottisebene mit Laryngoskop

·         beim Passieren der Zahnreihe darauf achten, dass der Cuff nicht beschädigt wird

·         nach Passage der Stimmritze mit der Tubusspitze (blauer Cuff) -> Entfernen des Führungsstabes, unter Vorschieben in einer eleganten gleichmäßigen Bewegungsabfolge langsame Drehung des DLT um ca. 90° in Richtung des linken Hauptbronchus

·         die Passage der Glottisebene muss ohne Widerstand möglich sein, bis ein mäßiger, federnder Widerstand auftritt

·         trachealen Cuff blocken und Y-Stück aufsetzen

·         danach manuelle Ventilation und auf sichere Intubationzeichen achten (Kapnometrie) 

 

auskultatorische Lagekontrolle

·         Eine auskultatorische Lagekontrolle ist obligat! 

·         zunächst rechte Lunge auskultieren -> AG? -> rechte Lunge abklemmen -> AG, Klemme plaziert lassen, danach

·         linke Lunge auskultieren -> AG? -> Klemme öffnen, linke Lunge ausklemmen -> AG?

·         Bei diesem Vorgehen kann die korrekte Tubuslage beurteilt werden

 
bronchoskopische Lagekontrolle

·         Der Patient wird erst nach Seitenlagerung im OP tracheoskopiert

·         Das Tracheoskop wird zunächst über den trachealen Tubusschenkel eingeführt. Dort Darstellung der Carina. Der blaue Cuff des bronchialen Lumens muss als sichelförmiger blauer Halbmond zu sehen sein

·         Blocken des blauen Cuffs unter Sicht zum Ausschluss einer Cuffhernie oder Mobilisierung des Tubus

·         Danach Kontrolle des bronchialen Schenkels. Bei linksführenden Tuben müssen beide Lappenbronchien zu sehen sein. Linke Tuben liegen manchmal zu tief, so dass eine Minderbelüftung des linken Oberlappens möglich ist.

·         Tubusfixierung

 
Intraoperatives Vorgehen

·         Nach Aufforderung des Operateurs wird die nicht ventilierte Lunge belüftet. Die Aufhebung der Seitentrennung erfolgt unter Sicht der Lunge und Manuel mit Handbeutel. Spitzendrücke vermeiden, auf die Entfaltung de rLungen visuell achten  Vor vollständiger Zweilungenbeatmung sollten beide Hauptbronchien steril abgesaugt werden. Danach Blähen und vollständige Beatmung. ACHTUNG:Leckageverluste dem Operateur mitteilen.

·         Nach Beenden der Einlungenventilation wird der bronchiale Cuff entblockt (Verletzungsgefahr).

·         Grundsätzlich sollte der Patient auf dem OP-Tisch extubiert werden. Ist eine Verlegung des beatmeten Patienten auf INT erforderlich, muss der Patient umintubiert werden.

·         bei Pneumektomie kein Sog auf Thoraxdrainage

 
Verfahren bei plötzlicher Hypoxie

·         Wenn möglich -> FiO2 erhöhen

·         FiO2-Zufuhr über Absaugkatheter auf die nichtventilierite Lunge, Flow ca. 6-10l/min

·         Fieberoptische Lagekontrolle des DLT, Ausschluss von Verlegung und Information des Operateurs

·         Manuelle Beatmung, Ausschluss technischer Probleme

·         Kontrolle der Sedierung

·         Recruitmentmanöver, ggf. Hochfrequenzbeatmung

·         CPAP auf die nicht ventilierte Lunge nach Rücksprache mit Operateur

·         Kurzfristige beidseitige Ventilation nach Rücksprache mit dem Operateur

·         Klären, ob bei anhaltender Hypoxie die kurzfristige Okklusion der Pulmonalartiere möglich ist

 

SOP Kopfdaten

Version
1
Gültigkeit
31. Dez. 2016
Alle anzeigen: HK Plauen
Bereich
Ärzte