Umgang mit Betäubungsmitteln

Umgang mit Betäubungsmitteln Hot

Michael Olbrecht  
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Umgang mit BtM in der Anästhesieabteilung HVKP

Allgemeine Regelungen

  • Die Dokumentation der BtM-Kontrollen erfolgt im s.g. Schlüsselbuch. Jeder Tresor führt ein Schlüsselbuch. Jedes BtM-Depot muss bei einer Schlüsselübergabe kontrolliert werden.
  • Differenzen im Bestand sind sofort der Bereichsleitung mitzuteilen.
  • Die Nachweisführung über Gabe und verworfener Menge erfolgt auf den amtlichen Formblättern unter Angaben von Datum, Name, Vorname, Menge und Restbestand (§§ 13 Abs 1, 14 und 15 BtMVV). Der Bestand und Verbleib von BtM sind lückenlos auf den BtM-Karteikarten (§1 Abs 3 BtMVV) nachzuweisen.
  • Ein Fehleintrag auf den Betäubungsmittelkarten ist einmal durchzustreichen und mittels Unterschrift zu bestätigen. Der Originaleintrag muss erkennbar bleiben. Darunter erfolgt der korrekte Eintrag.
  • Bei Übernahme von BtM aus der Apotheke ist die korrekte Menge unmittelbar bei Übernahme im Beisein des Transporteurs zu kontrollieren und zu dokumentieren. (siehe auch „Allgemeine DA „Umgang mit BtM“). Die Bestellung muss unverzüglich verteilt und verschlossen werden. Die Zugangsmenge ist in roter Farbe auf den BtM-Karten als „Zugang“ zu dokumentieren und zu unterschreiben. 
  • Die Dokumentation der Verabreichung erfolgt im Anästhesieprotokoll oder auf der Intensivkurve.
  • Die ärztliche Anordnung erfolgt schriftlich auf dem Anästhesieprotokoll oder auf der Intensivkurve. Mündliche Anordnungen müssen durch die Pflegekraft mit einem entsprechenden Hinweis auf dem Narkoseprotokoll oder der Intensivkurve nachdokumentiert werden.
  • Nicht mehr verwendete oder nicht mehr benötigte BTM sind gemäß § 16 BtMG in Anwesenheit von drei Personen zu vernichten. Eine auch nur teilweise Wiedergewinnung der BtM ist dabei auszuschließen. Die Vernichtung im Anästhesiebereich sieht dabei folgendes Vorgehen vor: 
  • Die Spritze mit der zu verwerfende Restmenge wird auf Zellstoff (o.ä.) entleert. Danach kommt der Zellstoff in die Kanülenabwurfbox.
  • Feste Zubereitungen sind zu mörsern und in eine flüssige Form zu überführen. Danach wird die flüssige Lösung auf Zellstoff (o.ä.) aufgebracht und in einer Kanülenabwurfbox vernichtet.
  • Eine Entleerung in den Ausguss oder in Mülltüten gilt als nicht sicher und ist damit nicht zulässig. Alle 3 Personen dokumentieren mittels Unterschrift die korrekte Vernichtung nach Standard.
  • Durch den BtM verantwortlichen Arzt erfolgt einmal monatlich eine Kontrolle des BtM-Bestandes (§13 Abs 2 BtMVV). Der korrekte Bestand wird mit Datum, Name, Vorname und Unterschrift auf der letzten Spalte der BtM-Karteikarten bestätigt.
  • Halbjährlich erfolgt eine Überprüfung der Arzneimittel durch die Apotheke (§ 14 Abs 6 ApoG). Die terminliche Festlegung erfolgt durch die Apotheke. Die Kontrollen sind auf vorliegenden Formularen zu dokumentieren. Eine Kopie verbleibt in der Anästhesie (Ordner Apotheke).
  • Einmal jährlich erfolgt eine Belehrung zum Umgang mit BtMs durch die Apotheke. Die Terminabstimmung durch den BtM-verantwortlichen Arzt über das Bildungszentrum oder individuell mit der Apotheke.
  • Neue ärztliche und pflegerische Mitarbeiter erhalten innerhalb der ersten zwei Wochen, spätestens vor Betreuung eines eigenen Anästhesiearbeitsplatzes, eine Einführung und Belehrung in „Ungang mit BtM“. Verantwortlich ist der BtM verantwortliche Arzt, die Belehrung wird mittels Unterschrift des Mitarbeiters bestätigt.  

Umgang in der Anästhesie

  • Bei Dienstbeginn erfolgt die Schlüsselübernahme für den BtM-Tresor im OP-Saal durch die Pflegekraft aus dem Tresor im Aufwachraum. Der Schlüsselempfang ist im Schlüsselbuch zu bestätigen. Mit Dienstbeginn ist der BtM-Bestand im OP-Saal zu überprüfen. Der korrekte Bestand ist im Schlüsselbuch zu dokumentieren.
  • Die zur Narkosedurchführung geplanten BtM-Medikamente dürfen erst kurz vor Gebrauch entnommen und vorbereitet werden. Vorher erfolgt die Abstimmung mit dem verantwortlichen Anästhesisten. Unmittelbar nach Entnahme aus dem BtM-Tresor ist das Medikament mit Datum, Name, Vorname und Restbestand auszutragen. Die Vorbereitung des BtM erfolgt im Vieraugenprinzip.
  • Nach Narkosebeendigung werden nicht verwendete BtM-Mengen im Sechsaugenprinzip (Vernichter und zwei Zeugen) verworfen. Die verworfene Menge wird auf der BtM-Karte mit Datum Name und Vorname dokumentiert. Die Richtigkeit der Angaben wird mittels Unterschrift des Vernichters und der zwei Zeugen bestätigt. 
  • Jeder  BtM-Schlüssel muss bei der verantwortlichen Pflegekraft am Körper getragen werden.
  • Im OP-Saal wird mit „Saalende“ die korrekte Anzahl der Betäubungsmittel nach dem Vieraugenprinzip überprüft. Es müssen bei der Kontrolle zwei Mitarbeiter anwesend sein und den korrekten Bestand mit Name, Datum, Uhrzeit und  Unterschrift im Schlüsselbuch bestätigen.
  • Alle BtM-Schlüssel aus den Anästhesieeinleitungen kommen nach Saalende in den Tresor vom Aufwachraum, die Übergabe ist im Schlüsselbuch zu dokumentieren.
  • Bei jeder Schlüsselübergabe wird der BtM-Bestand im Vieraugenprinzip gezählt. Der korrekte Bestand ist mit Name, Datum, Uhrzeit und Unterschrift im Schlüsselbuch zu dokumentieren.
  • Bei Notfalloperationen oder Operationen an Außenarbeitsplätzen (Angio, CT etc.) gilt folgendes Vorgehen: Ist nicht bekannt, um welchen Patienten es sich handelt oder was für ein Eingriff erfolgt, kann die vermutlich benötigte Menge Opioid aus dem Tresor entnommen werden. Die Entnahme wird im Schlüsselbuch dokumentiert damit nachvollzogen werden kann, wann, wer, welche Menge mit wohin genommen wurde. Zudem wird im Schlüsselbuch dokumentiert, wann, wer was zurückgegeben hat.
  • Nach Beendigung der Narkose werden die Daten auf die entsprechenden BtM-Karteikarten  nachgetragen.

Umgang im Aufwachraum

  • Mit Dienstbeginn erfolgt die Schlüsselübergabe an die 1. Pflegekraft im Aufwachraum. Mit Schlüsselübergabe wird der Bestand im Aufwachraumtresor überprüft. Die korrekte Anzahl ist im Schlüsselbuch mit Datum, Uhrzeit und Unterschrift zu dokumentieren. Zudem wird kontrolliert, ob alle Schlüssel der OP-Säle vorhanden sind. Diese Überprüfung ist ebenfalls zu dokumentieren.
  • Die zur Analgesie benötigten BtM werden unmittelbar vor Gebrauch entnommen und vorbereitet. Vorher erfolgt die Abstimmung mit dem verantwortlichen Anästhesisten. Unmittelbar nach Entnahme aus dem BTM-Tresor ist das Medikament mit Datum, Name, Vorname und Restbestand auszutragen.
  • Pro Patient wird für die postoperative Schmerztherapie eine Einheit (Ampulle, Tablette) eines BtMs ausgetragen. Es ist nicht zulässig, dass z.B. eine Ampulle eines Opioids für mehrere Patienten  verwendet wird (z.B. Kinder).
  • Wird im OP ein Opioid aus dem Aufwachraum benötigt (z.B. Piritramid für Kindernarkosen) wird durch den ersten Aufwachraumdienst die benötigte Menge eines Opioid herausgegeben und mit Datum, Vorname, Name und Restmenge dokumentiert.
  • Nach Verlegung aus dem Aufwachraum werden Opioidrestmengen nach dem Sechsaugenprinzip verworfen. (Vorgehen s.o.). Die verworfene Menge wird auf der BtM Karteikarte mit Datum, Name und Vorname dokumentiert. Die Richtigkeit der Angaben wird mittels Unterschrift durch drei  Personen (Pflegekräfte, Arzt, Patient) bestätigt.
  • Der BtM-Schlüssel für den BTM-Tresor im Aufwachraum wird durch den ersten Aufwachraumdienst getragen.
  • Alle BtM-Schlüssel aus den Anästhesieeinleitungen kommen nach Saalende in den Tresor vom Aufwachraum.

Archivierung der BtM-Karten

  • Die Archivierung der BtM-Karten hat  pro BtM-Tresor lückenlos zu erfolgen.  Am Jahresende ist jede Karteneinheit abzuschließen  und im Folgejahr mit einer neuen BtM-Karteikarte zu beginnen.
  • Pro  BtM-Tresor ist ein eigener Ordner zu führen. Im Ordner wird für jedes BtM ein eigener Register angelegt. Lose Blattsammlungen sind nicht zulässig. Es ist auf eine fortlaufende Nummerierung  der  Karten zu achten.
  • Es ist für jeden Bereich (Anästhesie, ITS, IMC) ein Übersicht über die Archivierung der BtM-Karten zu führen. Vollständig ausgefüllte BtM-Karten werden im Sekretariat der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie archiviert. Durch das Sekretariat erfolgt eine Gegenkontrolle. Die Abgabe wird mittels Unterschrift bestätigt. Die Archivierung im Sekretariat erfolgt für  3 Jahre.
  • Verantwortlich für eine ordnungsgemäße Archivierung ist die jeweilige Leiterin der Pflege der Bereiche Anästhesie  bzw. Intensivmedizin.

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