Endokarditisprophylaxe Hot

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Die Indikationen zur Endokarditisprophylaxe wurden 2007 grundlegend verändert und deutlich eingeschränkt. Inzwischen werden nur noch Hochrisikopatienten mit einer Endokarditisprohylaxe behandelt, die sich bestimmten Eingriffen unterziehen, die ebenfalls ein hohes Risiko bergen.

Patienten mit einem hohen Endokarditisrisiko

Die Indikation richtet sich nach Patientenprofil und durchgeführtem Eingriff. Folgende Patienten kommen grundsätzlich für eine Endokarditisprophylaxe in Betracht

  • Patienten mit Klappenersatz (mechanische und biologische Prothesen)
  • Patienten mit rekonstruierten Klappen unter Verwendung von Fremdmaterial für die Dauer von 6 Monaten nach Operation
  • Patienten mit Z.n. Endokarditis
  • Herzfehler mit Zyanose
  • Operierte Herzfehler mit weiterhin bestehendem Restdefekt
  • Operierte Herzfehler in den ersten 6 Monaten nach OP
  • Z.n. Herztransplantation mit Klappenvitium

Keine Indikation zur Endokarditisprophylaxe haben Patienten mit Klappenvitien.

Eingriffe mit einer Indikation zur Endokarditisprophylaxe

  • zahnärztliche Operationen
  • Eingriffe an Magen-Darm-Trakt, Urogenital-Trakt oder Haut/Muskeln, wenn eine Infektion vorliegt
  • Eingriffe an den Oberen Luftwegen (z.b. auch TE, AT in der HNO)

Daraus folgt: Patienten mit einem hohen Endokarditisrisiko UND einem entsprechenen Eingriff aus der o.g. LIste bekommen 30 bis 60 Minuten präoperativ eine Endokarditisprophylaxe.

Präparate

Folgende Antibiotika kommen in Betracht

  • Aminopenicillin 2g i.v.
  • Clindamycin 600 mg bei Penicillinallergie
  • Cefalosporine bei Infektionen durch Staph. aureus
  • Vancomycin bei MRSA-Infektionen

 

 

 

SOP Kopfdaten

Version
1
Gültigkeit
31. Dez. 2016
Alle anzeigen: HK Titisee-Neustadt
Autor/en
D. Schmitz-Buchholz, Thomas Mrotzek