Schmerztherapie: Thyreoidektomie

Schmerztherapie: Thyreoidektomie Hot

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Hintergrund-

Die perioperative Schmerztherapie bei Thyreoidektomie erfordert eine individuell auf die Bedürfnisse und Vorerkrankungen Patienten und die Besonderheiten des peri-operativen Verlaufs zugeschnittene Akut-Schmerztherapie. Diese SOP legt für Patienten in der HELIOS Kinik Titisee Neustadt die postoperative Akutschmerztherapie für die behandelnden Disziplinen verbindlich fest. Hiervon abgewichen darf nur aufgrund besonderer Anordnung des Operateurs oder des behandelnden Arztes.

Schmerzmessung

Die Schmerzmessung soll regelmäßig, zumindest einmal pro Schicht (einmal alle 8 Stunden) erfolgen. Als geeignetes Messinstrument zur Messung der Schmerzstärke ist die nominale Ratingskala (NRS) mit Werten von 0-10 vorgesehen. Ergeben sich bei der Befragung des Patienten Wert von >3, ist dringend Handlungsbedarf entsprechend dieser SOP gegeben. Wurden schmerztherapeutische Interventionen (Gabe von oraler, intravenöser Medikation, Dosierungsänderung an Regionalverfahren o.ä.) entsprechend vorgenommen, soll die erneute Erfassung der Schmerzstärke mittels NRS in einem geeignet kurzen Zeitintervall wiederholt werden.

Ist eine mündliche Verständigung mit dem Patienten nicht möglich, sollen andere Parameter (Agitation, Vitalwerte usw.) zur Beurteilung der Schmerzstärke herangezogen werden.

Schmerztherapie

Präoperativ

Keine besonderen Maßnahmen.

Intraoperativ

Narkoseverfahren

Eine Intubationsnarkose ist das Standardverfahren.

Lokalanästhesie

Am OP-Ende kann eine Wundrandinfiltration mit eine langwirksamen Lokalanästhetikum (Ropivacain o. Bupivacain) durch den Operateur durchgeführt werden (Evidenzgrad B, AWMF).

Fortecortin

Alle Patienten erhalten Fortecortin in einer Dosis von 4-8 mg als i.v. Bolus zur Schmerztherapie und PONV-Prophylaxe.

Nicht-Opioid-Analgetika

Patienten sollen intraoperativ ein Nicht-Opioid-Analgetikum erhalten (z.b. Metamizol 20-40 mg/kg (max 2,5g) als KI) (Evidenzgrad B, AWMF).

Postoperativ

Post-operative Behandlung

Postoperativ werden Patienten nach Schilddrüsenchirurgie üblicherweise ausreichend lang im Aufwachraum (= 6 Stunden) behandelt. Dies ist individuell inder Verantwortung des Operateurs.

Opiate

Üblicherweise kann auf Opioide post-operativ verzichtet werden (siehe auch NOPA postoperativ). Bei VAS > 3 soll eine ggf. wiederholte intravenöse Gabe von Dipidolor 3,75 mg – 7,5 mg erfolgen, gefolgt von einer einmaligen Gabe eines retardierten Opioid, z.B. Oxygesic ret 10-20 mg p.o., wenn Dipidolor i.v. mehrfach nötig ist.

NOPA

Üblicherweise erfolgt die Gabe von NOPA bereits intraoperativ mit der Gabe von 20-40 mg Novalgin pro kgKG als KI. Die Gabe von NOPA sollte unter Prüfung etwaiger Kontraindikationen erfolgen. Im WAR wird diese Therapie fortgesetzt. Eine orale Applikation ist hier in jedem Fall einer intravenösen Gabe vorzuziehen. Hierzu soll dann die Gabe von 600 mg Ibuprofen alle 8 Stunden erfolgen. Alternativ oder ggf. additiv kann Metamizol kann in einer Dosierung von 40 Tropfen oral oder 1g als Kurzinfusion alle 6 Stunden gegeben werden. Voltaren/Diclofenac soll nicht verwendet werden.

SOP Kopfdaten

Version
1
Gültigkeit
31. Dez. 2015
Alle anzeigen: HK Titisee-Neustadt
Autor/en
Daniel Schmitz-Buchholz, Thomas Mrotzek

Quellen

AWMF S3-Leitlinie „Behandlung akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerzen“, Nr. 041/001.

http://www.postoppain.org, Prospect: Procedure specific postoperative pain management.