OP an der Wirbelsäule und Rückenmark

OP an der Wirbelsäule und Rückenmark Hot

Michael Olbrecht  
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Operationen an der Wirbelsäule und am Rückenmark

Lumbale Bandscheiben-OP (Risiko 3)

 

Monitoring und Vorbereitung:

·         Basismonitoring

·         Magensonde

·         Harnblasenkatheter bei OP-Dauer > 4h

·         2 iv Zugänge, davon 1x 18G oder größer

 

Narkoseführung:

·         Allgemeinanästhesie mit volatilen Anästhetika

·         TIVA möglich

·         Verwendung eines Magilltubus bei Bauchlagerung 

·         konvektive Wärmezufuhr

 

Cervicale Bandscheiben-OP / "Cloward" / BS-Prothese etc. (OP-Risiko 3)

Monitoring und Vorbereitung

·         OP Dauer 120-180 min

·         OP in Rückenlage, operativer Zugang von rechts

·         Intubation mit Woodbridgetubus

·         Intubation mit Videolaryngoskop bei stark eingeschränkter Beweglichkeit der HWS oder hochgradiger Gefahr neurologischer Schäden durch herkömmliche Intubation erwägen

·         Basismonitoring

·         Kontinuierliche Cuffdruckmessung

·         HBK bei OP-Dauer > 3 h

·         2 großlumige + 1 intravenöser Zugang 20 G

·         Rückenlagerung mit angelagerten Armen unter Zug

Narkoseführung

·         keine Nachrelaxierung

·         Nach Einsetzen des Sperrers durch den Operateur soll der Cuffdruck < 30 mbar sein (beugt Läsion des N. laryngeus recurrens vor), ggf. Beatmung anpassen, regelmäßige Kontrollen und Dokumentation

·         postoperativ AWR, dann Normalstation

 

Spinalkanalstenosen mit Querschnittssyndrom / Instrumentierung / PLIF (OP-Risiko 5)

Vorbereitung und Monitoring

·         Oft dringende Eingriffe mit hohem Blutungsrisiko

·         Ursache: degenerative Prozesse, Tumoren. Lokalisation in allen Bereichen der Wirbelsäule möglich

·         Operative Entlastung des Rückenmark meist durch Laminotomie/ Laminektomie von dorsal

·         Bei OP an HWS und oberer BWS liegt der Patient in Bauchlage mit angelagerten Armen und abgewandtem Kopf – präoperative Indikation zur ZVK-Anlage prüfen. Dabei Ausmaß des operativen Traumas berücksichtigen.

·         Bei Instabilität im HWS-Bereich Anwenden alternativer Techniken zur Intubation (Videolaryngoskop o.a.)

·         bei intraoperativem Neuromonitoring: TIVA

·         Basismonitoring + arterielle Blutdruckmessung

·         BGA zu OP-Beginn, weiter nach Bedarf

·         aktive konvektive Erwärmung des Patienten

·         mindestens 2 intravenöse Zugänge > 18G + 1 kleinerer Zugang, Indikation für ZVK bei schlechten peripheren Venenverhältnissen

·         Harnblasenkatheter

·         ggf. sterile Saugung für Cellsaver nach Rücksprache mit dem Operateur

Narkoseführung

·         Extubation unmittelbar nach OP

·         Postoperativ Intensivbereich

 

Tumoren des Spinalkanals / Rückenmarkes (OP-Risiko 3)

 

Vorbereitung und Monitoring

·         oft langdauernde OP (> 180 min)

·         intraoperatives Neuromonitoring

·         Besonderheiten der Lagerung wie oben

·         Blutungsrisiko meist gering

·         Basismonitoring

·         aktive konvektive Erwärmung des Patienten

·         arterielle Blutdruckmessung

·         BGA zu OP-Beginn, weiter nach Bedarf

·         mindestens 2 intravenöse Zugänge > 18G + 1 kleinerer Zugang, ZVK bei schlechten peripheren Venenverhältnissen

·         Harnblasenkatheter

·         Sterile Saugung für Cellsaver nach Rücksprache mit dem Operateur

 

Narkoseführung

·         TIVA

·         Extubation unmittelbar nach OP

·         postoperativ Intensivstation

 

Anästhesie bei akuter Wirbelsäulenverletzung

 

Narkoseeinleitung und Narkoseführung:

·         Bei Instabilität im HWS-Bereich -> alternativer Techniken zur Intubation (Videolaryngoskop o.a.)

·         Sympatikolyse durch Spinalläsionen möglich -> evtl. Vasopressoren notwendig

·         fehlende autonome Hemmung, v.a. des Sympathikus

·         Stimuli unterhalb der spinalen Läsion können erhebliche Blutdruckanstiege und reaktive Bradykardien verursachen

 

Neurolyse (OP-Risiko 1 Punkt)

Monitoring

·         verschiedene Lokalisationen, oberflächlicher Eingriff, keine Blutung zu erwarten

·         Dauer ca. 60-120 min

·         Verwendung von Nervenstimulatoren - ralxansfreie Narkose

·         Basismonitoring

Narkoseführung

·         Lokalanästhesie durch Operateur oder LM

·         postoperativ Normalstation

SOP Kopfdaten

Version
1
Gültigkeit
31. Dez. 2016
Alle anzeigen: HK Plauen
Bereich
Ärzte