Pflegestandard Betreuung bei Diabetes mellitus Typ I

Pflegestandard Betreuung bei Diabetes mellitus Typ I Hot

Dr. Christian Icke  
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1. Problem
2. Nahziel
3. Fernziel
4. Maßnahmen zu Nahziel
5. Maßnahmen zu Fernziel
5.1 Initialgespräch
5.2 „Essen und Trinken und Insulin“
5.3 Die Insulininjektion
5.4 Was ist Insulin und wie wirkt Insulin?
5.5 Insulin - KH - Bewegung, ihre Auswirkungen auf den Blutzucker
5.6 Die Selbstkontrolle
5.7 Die Ernährung
5.8 Diabetes und Krankheit
5.9 BE Gerüst für/ zu Hause/ Kindergarten/ Schule
5.10 Diabetes heute und später
5.11 Für die Entlassung 


1. Problem

  • Blutzuckerspiegel ist erhöht
  • Blutzuckerstoffwechsel ist entgleist
  • Patient ist in schlechtem Allgemeinzustand
  • Patient hat kein Wissen über seine Erkrankung

2. Nahziel

  • Normalisierung des Blutzuckerspiegels
  • Verbesserung des aktuellen Allgemeinzustandes
  • Information über die Diagnose ⇒ Diabetes mellitus Typ I

3. Fernziel

  • Patient und seine Familie akzeptieren den Diabetes, erlangen umfangreiches Wissen und praktische Fähigkeiten
  • Patient kann wieder aktiv durch entsprechende Eigenverantwortung am alltäglichen Leben teilnehmen
  • Patient und Familie wissen sich von Personal der Einrichtung in Dispensaire–Sprechstunde betreut
  • es ist jederzeit aktiver Rat möglich
  • optimale Stoffwechseleinstellung bzw. –führung
  • Vermeidung von Spätfolgen

4. Maßnahmen zu Nahziel

  • stündliche Blutzuckerkontrolle ⇒ Standardentnahme von Kapillarblut aus Fingerbeere bzw. nach Anordnung des Arztes
  • persönliche Stechhilfe einrichten
  • entsprechende Insulinapplikation lt. Anordnung
  • subkutan (siehe Pflegeleitlinie subkutane Injektion) oder als intravenöse Infusion über 24 h
  • Verabreichung von Kohlenhydraten lt. Anordnung des Arztes
  • 12 h Sammelurin in 1 Portion (nachts) auf Glucose, Mikroalbumin und Aceton
  • ehrliche Information über die Diagnose Diabetes mellitus Typ I (sobald es der Bewusstseinszustand erlaubt)
  • Ursache ⇒ kein eigenes Verschulden
  • unwiderruflicher Insulinmangel
  • Insulinaufnahme nur durch s.c. Injektion möglich
  • Zusammenhang zwischen Kohlenhydraten bzw. Glucose und Insulin (Essen + Spritzen)
  • Notwendigkeit regelmäßiger Blutzuckerkontrollen 

5. Maßnahmen zu Fernziel

  • Eingehende Schulung des Patienten und seiner Eltern während des gesamten stationären Aufenthaltes lt. Schulungsplan.
  • Qualifikation: (Kinder-)Krankenschwester und/ oder Diabetesberater(in)
  • Dokumentation im Ablaufplan: Wer wurde wann von wem zu welchem Thema geschult?
  • Eltern der Patienten werden täglich im Rahmen der Besuchszeiten einbezogen.
  • Beginn bei gutem Allgemeinzustand des Patienten
  • persönliches Schulungsbuch entsprechend des Alters aushändigen, z.B.
    • 7 - 10 Jahre: Diabetes-Buch für Kinder („Jan-Buch“)
    • 10 - Jugendalter: Patient liest „Jugendliche mit Diabetes“- ein Schulungsprogramm
  • Ablaufplan der Initialschulung für Kinder, Jugendliche und deren Eltern bei der Manifestation des Diabetes mellitus Typ l

5.1 Initialgespräch

  • Was ist Diabetes? Jan-Buch Kap. 1/ Jugendl. Schulungsprogramm Heft 1
  • Typ 1/ Typ 2
  • Remissionsphase
  • Elterninformation aushändigen (Hürter & Lange: „Kinder und Jugendliche mit Diabetes“)

5.2 Essen und Trinken und Insulin

  • Jan-Buch Kap. 2/ Jugendl. Schulungsprogramm Heft 3
  • Kohlenhydrataustauschtabelle aushändigen und erklären
  • praktische Einbeziehung bei der Mahlzeitenzubereitung (so oft wie möglich!)

5.3 Die Insulininjektion

  • Jan-Buch Kap. 3/ Jugendl. Schulungsprogramm Heft 2
  • mit Spritze: Theorie, praktische Anwendung
  • mit Pen: Theorie, praktische Anwendung

5.4 Was ist Insulin und wie wirkt Insulin?

  • die Insulinsorten und ihr Wirkprofil
  • U 40 / U 100 Ampullen und -Spritzen
  • Aufbewahren des Insulinvorrates
  • Insulin bei Hitze und Kälte

5.5 Insulin - KH - Bewegung, ihre Auswirkungen auf den BZ

  • Jan-Buch Kap. 4/ Jugendl. Schulungsprogramm Heft 5
  • Hypoglykämie
  • Hyperglykämie 

5.6 Die Selbstkontrolle 

  • Jan-Buch Kap. 5/ Jugendl. Schulungsprogramm Heft 4
  • Theorie und Praxis (Tagebuch beginnen)
  • Blutzuckertestgerät
  • Paralleltestreihe
  • Hinweis auf Keto-Diabur-Teststreifen

5.7 Die Ernährung

  • Jan-Buch Kap. 2/ Jugendl. Schulungsprogramm Heft 3 
  • Vertiefung Punkt 1                                      
  • die drei Grundnährstoffe
  • Nährwertanalysen (Kalorien mundgerecht)
  • schnelle, mittlere und langsame Broteinheiten (BE)
  • Ernährungspyramide
  • BE-Berechnung bei selbst zubereitetem Gebäck (Kuchen, Pizza) 

5.8 Diabetes und Krankheit 

  • Jan-Buch Kap. 4/ Jugendl. Schulungsprogramm Heft 5
  • Wie beeinflusst Fieber den Blutzucker (BZ)?                
  • Wie beeinflusst Durchfall den BZ?
  • bei Arztkonsultation Hinweis auf „Diabetes geeignete Medikamente“!

5.9 BE Gerüst für/zu Hause/ Kindergarten/ Schule

  • erarbeiten
  • ausprobieren

5.10 Diabetes heute und später

  • Langzeitwerte, Diabetikerpass, Folgeerkrankungen ansprechen
  • Diabetes und Soziales (Sozialarbeiter/in)

5.11 Für die Entlassung

  • Rezepte
  • Korrekturblatt
  • Wiedervorstellungstermin
  • Merkblatt „Sprechstunde“ und Materialien für den Sammelurin 

SOP Kopfdaten

Version
2
Gültigkeit
01. Jul. 2015
Alle anzeigen: HK Erfurt
Bereich
Pflege
Autor/en
S. Pia Schäffer für AG Pflegeleitlinien Kinderkrankenpflege

Changelog

Version 1.0: Standard erstellt Januar 2004
Version 2.0: Standard aktualisiert August 2013